Long Way - Testbericht
8. Dezember 2011 - 11:49
Silberdrache

Long Way - Testbericht

Im Westen nichts Neues? Nun ja, bis auf die Tatsache, dass ein kleiner Kuhtreiber (von Einheimischen auch Cowboy genannt) seine Kühe gerne zu einem Mississippi-Dampfer bringen will und dazu durch Canyons voller Banditen muss, die ihm die Kühe gerne abnehmen wollen. Unterwegs bekommt er allerdings Hilfe von Cowboy-Kollegen, Goldgräbern und sogar einem Indianer-Medizinmann.

Gameplay
Im Prinzip recht klassisch. Man hat bis zu 6 verschiedene Einheiten zur Verfügung zur Verteidigung seiner Kühe, die in einem Pferch am Ende des Canyons warten. Die Einheiten unterscheiden sich zunächst nur in Kosten, Schaden, Reichweite und Feuer-Rate. Erst durch Level-Ups des Spielers kann man Fähigkeiten für die einzelnen Einheiten freischalten.

Diese bekommen die dann aber auch nicht einfach so. Jede Einheit sammelt nämlich innerhalb jeder Karte eigene Erfahrungs-Punkte und kann dann aufgewertet werden. Bei jedem Upgrade einer Einheit kann man sich dann überlegen, ob man lieber ihren Schaden erhöht, oder eine ihrer Fähigkeiten, sofern freigeschaltet, aktiviert oder verbessert.

Leider zeigte sich für mich recht bald, dass mit Ausnahme des Indianers, der als eine Fähigkeit getarnte Indianer-Angreifer sehen kann und gleichzeitig umstehenden Einheiten Geschwindigkeits-Boni verleiht, das Schadens-Upgrade fast immer die bessere Wahl ist, was dem Strategie-Faktor des Spiels leider nicht so zuträglich ist.

Die 15 Karten sind auf jeweils drei Schwierigkeitsgrade spielbar und für jeden Schwierigkeitsgrad gibt es bis zu drei Sterne und entsprechende Erfahrungspunkte. Allerdings erreicht man den Maximum-Level als Spieler sowieso fast sicher noch vor dem Ende und die Sterne selbst sind nur für den Ego und ein paar Ingame-Achievments. Und nebenbei habe ich keinen spürbaren Unterschied zwischen den Schwierigkeitsgraden bemerkt.

Städte und Ereignisse
Auf der Karte befinden sich fünf Städte. In jeder Stadt gibt es genau drei Gebäude: Einen Saloon, in dem beim ersten Erreichen der Stadt jemand ist, der seine Hilfe anbietet und damit einen neuen Einheiten-Typ freischaltet. Dazu ein Kuh-Stall, wo man seine Herde wieder ergänzen kann. Im Spiel verlorene Kühe bleiben nämlich tatsächlich weg und da die Kühe sozusagen die ‚Lebenspunkte‘ in jeder Karte sind, kann es nicht schaden, ein paar mehr zu haben.

Das dritte Gebäude ist der Shop. Hier kann sich der Spieler mit Gegenständen ausrüsten, die allen seinen Einheiten einen Bonus verleihen. Der Spieler kann je einen Hut und Gürtel, sowie zwei Revolver tragen. Die kann man allerdings nicht aktiv einsetzen, sondern sie verleihen Boni wie erhöhte Angriffsgeschwindigkeit und –Radius für alle eigenen Einheiten oder mehr Startgeld auf jeder Karte.

Und dann gibt es noch die Ereignisse. Auf der Karte verteilt und in den Städten gibt es ein paar Punkte, an denen man so eine Art ‚Quest‘ bekommt, die man dann an einem anderen Ort oder in einer anderen Stadt auflösen kann für kleine Boni oder in einem Fall, um die letzten Levels des Spiels freizuschalten. Keine großartige Ergänzung fürs Gameplay, da man ohnehin überall hinkommt im Spielverlauf, aber ein bisschen ‚Ambiente‘.

Fazit
Eigentlich gehöre ich nicht zu den Leuten, die bei Spielen, die einem bekannten Spiel ähnlich sind, gleich von einem ‚Rip-off‘ sprechen, aber Long Way ist Cursed Treasure von der Aufmachung her so ähnlich, dass ein Spieler auf Kongregate in den Kommentaren zum Spiel (berechtigterweise) von ‚Common Treasure: Don’t touch my Cows‘ witzelte. Dazu kommen ein paar Elemente aus den (früheren) Protector-Spielen.

Alles in allem kein schlechtes Spiel, aber eben auch nicht reif für die ‚Oberklasse‘. Für TD-Spieler, die nicht nur (mute-bares) Banjo-Gedudel ertragen können, sondern auch die Tatsache, dass der mexikanische Cowboy französisch spricht und der Gegner-Typ ‚Mexicans‘ aussieht wie spanische Conquistadoren und ähnliche kleine Fehlerchen, ist das Spiel aber allemal gut spielbar.