21. November 2011 - 11:43
Silberdrache

Football deFans - Testbericht

Nein, das hat nichts mit Fußball direkt zu tun. Eher mit der sogenannten „Dritten Halbzeit“. Wenn in Deutschland Dynamo Dresden gegen den FC St.Pauli spielt, dann herrschen in der Gastgeber-Stadt Ausnahmezustände und die Polizei hat alle Hände voll zu tun. Und genau um das geht es auch in diesem Tower Defense-Spiel.

Gameplay
Der Spieler hat die Aufgabe dafür zu sorgen, dass es nicht zu viele Tote durch Prügeleien verfeindeter Hooligans gibt. Dafür muss er den ‚Fans‘ die Lust auf Prügeleien austreiben. Aber nicht mit gutem Zureden, Gewalt-Prävention oder friedlicher klassischer Musik, sondern mit Schlagstöcken, Elektroschockern, Hartgummi-Geschossen und Wasserwerfern. Ist ja logisch, oder?

Die Fans der zwei verfeindeten Mannschaften kommen auf unterschiedlichen Wegen ins Feld, bis zu einem großen offenen Platz, wo die Prügelei stattfinden soll. Von dort soll man sie möglichst fernhalten. Kommen sie doch dort an, beginnen sie sofort, auf jeden anwesenden feindlichen Fan einzudreschen, selbst wenn sie selbst hoffnungslos in der Unterzahl sind. Dann muss man sie einerseits von dem Platz vertreiben und andererseits mit Sanitätern verarzten, damit es keine Toten gibt.

Dazu hat man drei Grundeinheiten: Nahkampfpolizisten mit Schlagstöcken, Fernkampf-Polizisten mit Hartgummi-Munition und den Wasserwerfer. Diese sammeln mit der Zeit Erfahrung und können befördert und dabei mit neuen Waffen oder Material ausgestattet werden. So kann man den Nahkämpfern zum Beispiel Schilde geben, mit denen sie einzelne Fans kurzfristig aufhalten können oder den Fernkämpfern Teaser, die mehr Schaden verursachen. Auch die Wasserwerfer kann man mit einer zweiten Kanone oder einem zweiten Tank ausstatten, oder sie direkt zu ‚Sounblastern‘ umrüsten, die Flächendeckend mit Lärm gegen Aggressionen vorgehen.

Die Fans
Beide Mannschaften haben außer den normalen Prügel-Hools noch ein paar Spezialisten auf Lager. Da gibt es zum Beispiel die großen fetten Typen, die sich selbst nicht an der Schlägerei beteiligen, aber mit ihrem Anfeuerungs-Geschrei das Aggressionslevel wieder aufbauen, wenn es die Polizei zu weit heruntergeprügelt hat. Oder die Truppe, die feigerweise nicht mit den Fäusten, sondern mit Baseball-Schlägern prügelt und so mehr Schaden verursacht. Und dann gibt es da noch den ‚Super-Hool‘…

Strategie-Faktor
Da die Fans auf unterschiedlichen Wegen ins Feld kommen, muss man sich überlegen, wie man seine Einheiten verteilt. Da es ja nur zu Prügeleien kommt, wenn Fans beider Mannschaften auf das Feld kommen, liegt zuerst die Strategie nahe, alle Polizisten zuerst gegen die eine Seite zu schicken. Aber ganz so einfach ist es leider nicht. Denn die Hools auf dem ‚Schlachtfeld‘ werden immer aggressiver, je mehr es sind, und wenn die Stimmung überkocht, hat der Spieler ebenfalls verloren. Wenn man also keine Einheiten platziert, die auch Fans der anderen Seite vom Feld vertreiben, hat man auch ganz ohne Tote seinen Auftrag nicht erfüllt.

Außer den Polizei-Einheiten hat man nebenbei drei weitere strategische Mittel zur Verfügung. Sanitäter-Einsätze vermeiden Tote auf dem Schlachtfeld. Ein Polizei-Hubschrauber, der für eine Weile über dem Feld kreist, ist zwar sehr teuer, schüchtert aber auch alle Hools etwas ein und eine Bonus-Zahlung an die Polizisten lässt diese kurzfristig besser ‚prügeln‘.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel
Das Spiel hat 20 Karten. Für sein Abschneiden auf einer Karte erhält man als Spieler Polizei-Punkte, die man in verschiedene Fähigkeiten investieren kann, die wiederum den eigenen Leuten oder dem Spieler helfen. So kann man zum Beispiel erreichen, dass alle Einheiten bereits bei der Platzierung auf Level 2 beginnen oder dass man Bonus-Geld bekommt, wenn man viele Einheiten platziert und dadurch was gegen die Arbeitslosigkeit tut.

Fazit
Das Spiel enthält einige sehr kreative Ideen und damit meine ich nicht nur das Wortspiel im Namen. Klar enthält es auch einige Schwächen, wie zum Beispiel, dass ein paar Karten ziemlich schwierig sind, andere nicht oder die Tatsache, dass ich bereits alle Fähigkeiten gekauft hatte, bevor ich Level 10 geschafft hatte und weitere Polizei-Punkte damit eigentlich überflüssig für mich waren…

Generell aber ein Spiel, das durchaus als ‚Geheimtipp‘ durchgehen könnte und meiner Meinung nach völlig zu Unrecht wenig Beachtung gefunden hat.